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Editorial

Laura Di Gregorio

 

Keine leichte Brise treibt die Entwicklung unserer Gesellschaften an. Winde und tragische Stürme werden durch die globale Erwärmung ausgelöst. Sie sind unglaublich gewaltsam und lassen uns mit einer künstlichen, ‘unnatürlichen’ Traurigkeit zurück. Sie deuten einen nicht mehr umkehrbaren Prozess an. Wir spüren deutlich, dass es keine zweite Chance für unser Ökosystem geben wird. Es scheint, als beobachteten wir melancholisch diese Umweltkatastrophe wie eine mediale Inszenierung (Trempler), wobei doch ein verstärkt normativer Ansatz globaler Wirtschafts- und Politikstrategien nötig wäre (Menges). Die spontane Globalisierung birgt fatale Konsequenzen für Menschen (Coutinho), Tiere und natürliche Ressourcen.

 

Die Autoren von TCR haben sich von dem Stichwort gust – Windstoß, Böe – inspirieren lassen und der meteorologischen Bedeutung weitere, eher untypische, hinzugefügt. Sie haben sich in metaphorische Konnotationen gewagt und Phänomene aus Vergangenheit und Gegenwart untersucht: Die Geschichte des Ikonoklasmus im siebten Jahrhundert (Rotman), sowie die Verbindungen zwischen kulturellen Identitäten, deren Koexistenzen und Konflikte, die sich ständig und schnell verändern gleich einem nicht fassbaren Luftzug, werden betrachtet. Die kulturellen Unterschiede erfordern das Verständnis für grundsätzlich neue Paradigmen. Sowohl eine vereinfachte Kritik am Eurozentrismus als auch ein arglos generalisierter Multikulturalismus sind ungeeignet, die kulturellen Probleme unserer Ära der Globalisierung zu lösen (Cosme, Brancato).

 

Der wirbelnde Strom von Informationsmassen und die engere Verknüpfung mit der ganzen Welt verändern die Medienlandschaft. Unsere Neugierde hat uns bis hin zum koreanischen und chinesischen Kino geführt (Choi, Ng Sheung-Yuen).

 

Faszinierend ist auch die kulturelle Bereicherung der Literatur durch politische Veränderungen: Wir folgen den Strömungen der Literatur der Maori (Moura-Kocoglu) und den Spuren südafrikanischer Nach-Apartheid Autoren, deren Texte nicht mehr ausschließlich die Trennung zwischen Schwarz und Weiß in den Mittelpunkt stellen (Ibinga).

 

‘Disgust’ – so lautet der letzte Beitrag der Ausgabe, eine Kurzgeschichte über ein scheinbar freundliches und ruhiges Familientreffen in Singapur, bei dem die Spannungen der Vergangenheit die Atmosphäre vergiften (Yeo).

 

Mit dem Blick auf eine Reihe von furiosen Stürmen, die auf unserem Planeten wüten, beendet This Century’s Review ihr erstes Jahr. Wir hoffen diesen zu begegnen, ohne den lauen, entzückenden Zephyr aus den Augen zu verlieren!

 


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